Wetter- und Klimadaten: Methodik, Quellen und Glossar

Die Prognosen liefert das Norwegische Meteorologische Institut (MET Norway). Wir verarbeiten die Daten und präsentieren sie in einem übersichtlichen Format.

Historische Daten und Klimadaten basieren überwiegend auf der NASA-Reanalyse MERRA-2 und teilweise auf Produkten des ECMWF. Auf den Ortsseiten zeigen wir Klimadaten als Mittelwerte aus einem Zeitraum von zehn Jahren.

Tageszusammenfassungen berechnen wir in der Ortszeit des jeweiligen Ortes (von 00:00 bis 23:59).

1. Datenquellen für Wetterdaten

Vorhersagen

  • Quelle: MET Norway - Locationforecast API. Die Vorhersagen reichen bis zu zehn Tage voraus und enthalten unter anderem Temperatur, Niederschlag, Wind, Bewölkung und Luftdruck. Welche Parameter verfügbar sind, hängt vom Ort und vom Vorhersagehorizont ab.
  • Die Vorhersagen werden vom Datenanbieter aktualisiert. Wie oft neue Daten veröffentlicht werden, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Die Darstellung auf der Website basiert auf den abgerufenen Daten.

Historische und klimatologische Daten

  • Hauptquelle: die NASA-Reanalyse MERRA-2. Ergänzende Daten des ECMWF verwenden wir dort, wo dies fachlich sinnvoll ist.
  • Auf den Ortsseiten zeigen wir Klimadaten als Mittelwerte aus einem Zeitraum von zehn Jahren. Sie entsprechen nicht den standardmäßigen Klimanormalwerten der WMO, die sich auf einen Zeitraum von 30 Jahren beziehen.

Einheiten und Zeitzonen

  • Temperatur: °C. Wind: km/h. Niederschlag: mm. Druck: hPa. Luftfeuchtigkeit und Bewölkung: %. Zeit: Ortszeit des jeweiligen Standorts.

2. Darstellung der Daten - Zusammenfassungen, Ortsbezug und Kennwerte

Mittelung und Aggregation

Stündliche Werte beziehen sich auf die angegebene Ortszeit. Manche Parameter beschreiben einen bestimmten Zeitpunkt, andere einen ganzen Zeitraum, zum Beispiel die Niederschlagsmenge.

  • Tmin und Tmax bezeichnen die tiefste und die höchste Temperatur, die dem lokalen Kalendertag zugeordnet sind.
  • Die tägliche Niederschlagssumme gibt die gesamte Niederschlagsmenge eines lokalen Kalendertages an. Sie sagt für sich allein nichts über die Intensität oder die Dauer des Niederschlags aus.
  • Mittelwert, Minimum und Maximum beschreiben unterschiedliche Eigenschaften eines Tages. Bei Wind und Luftdruck ist daher auf die Bezeichnung des angezeigten Parameters zu achten.

Daten für den ausgewählten Ort

  • Vorhersagen und Reanalysen beschreiben das Wetter auf einem Modellgitter. Wir verwenden Daten für den ausgewählten Ort, doch das Modell bildet nicht alle örtlichen Geländedetails ab.
  • Die Höhe über dem Meeresspiegel, die Geländeform und die Nähe zur Küste können Unterschiede zwischen den Modellwerten und den tatsächlichen Bedingungen an einem bestimmten Ort verursachen.

Abgeleitete Kennwerte

  • Kennwerte wie Taupunkt, Hitzeindex (Heat Index), Windchill und UV-Index helfen, die Wetterbedingungen einzuordnen. Wir nutzen Daten der Anbieter und stellen die verfügbaren Parameter übersichtlich dar. Die einzelnen Kennwerte haben unterschiedliche Bedeutungen und sind nicht austauschbar.
  • Windgeschwindigkeit geben wir in km/h an. Umrechnung: 1 m/s = 3,6 km/h und 1 km/h entspricht etwa 0,278 m/s. Eine Böe ist eine kurzzeitige Zunahme der Windgeschwindigkeit. Die maximale Böengeschwindigkeit bezieht sich auf den in den Daten angegebenen Zeitraum.

Verfügbarkeit und Grenzen der Daten

  • Verfügbarkeit und Detailgrad der Parameter hängen von der Datenquelle ab. Eine fehlende Angabe bedeutet nicht, dass der Wert null beträgt. Auch gerundete Angaben bleiben mit Modellunsicherheit verbunden.

3. Unsicherheit von Vorhersagen - lesen und interpretieren

  • Eine Wettervorhersage ist keine Garantie. Ihre Unsicherheit nimmt in der Regel mit dem Vorhersagehorizont zu. Ein Wertebereich kann die Schwankungen innerhalb der Daten beschreiben und muss kein Konfidenzintervall der Vorhersage sein.
  • Niederschlag kann räumlich sehr ungleich verteilt sein. Besonders bei Gewittern kann die tatsächliche Menge vor Ort deutlich vom Modellwert abweichen.
  • Reanalysen verbinden Modelldaten mit Beobachtungen, um frühere Wetterbedingungen abzuschätzen. Sie bestehen jedoch nicht ausschließlich aus direkten Messungen.

4. Klimadaten und Bewertungen von Aktivitäten

  • Klimadaten beschreiben typische Bedingungen in den einzelnen Monaten, nicht das Wetter an einem bestimmten Tag. Die Bewertungen von Aktivitäten helfen beim Vergleich der Wetterbedingungen, berücksichtigen aber nicht alle örtlichen Einschränkungen. Der günstigste Monat an einem Ort bietet nicht zwangsläufig auch nach allgemeinen Maßstäben gute Bedingungen. Eine Bewertung bestätigt weder die Sicherheit noch die Verfügbarkeit einer Aktivität.

5. Wichtige Hinweise und Einschränkungen

  • Unsere Inhalte dienen ausschließlich der Information. Bei Gefahren sind die offiziellen Mitteilungen der nationalen Wetterdienste und Warnsysteme maßgeblich.

6. Meteorologisches Glossar

A. Temperatur, Feuchte und verwandte Begriffe

  • Lufttemperatur: Temperatur in 2 m Höhe über dem Boden. Bei Messungen ist der Sensor vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.
  • Tmin/Tmax: tiefste und höchste Temperatur im lokalen Tageszeitraum.
  • Tagesmittel: mittlerer Wert eines Parameters für einen Tag, ermittelt aus Daten, die diesen Zeitraum abdecken.
  • Taupunkt (TP bzw. engl. DP): Temperatur, auf die Luft bei konstantem Druck und unverändertem Wasserdampfgehalt abgekühlt werden muss, um die Sättigung zu erreichen. Bei warmem Wetter deutet ein hoher Taupunkt darauf hin, dass sich die Luft eher schwül anfühlt.
  • Relative Luftfeuchtigkeit (RH): gibt in Prozent an, wie nahe die Luft bei einer bestimmten Temperatur der Sättigung mit Wasserdampf ist. 100 % bedeuten Sättigung, bei der Kondensation möglich ist.
  • Absolute Feuchte: Masse des Wasserdampfs pro Volumeneinheit Luft, angegeben in g/m³.
  • Feuchtkugeltemperatur (Tw): niedrigste durch Verdunstung erreichbare Temperatur unter den gegebenen Bedingungen - nützlich zur Beurteilung der Hitzebelastung.
  • WBGT: Index der Hitzebelastung, der aus den Temperaturen eines Kugelthermometers und eines natürlich belüfteten Feuchtthermometers ermittelt wird. Bei Sonneneinstrahlung wird zusätzlich die Lufttemperatur berücksichtigt. Er wird unter anderem im Sport und bei der Beurteilung von Arbeitsbedingungen verwendet.
  • Hitzeindex (Heat Index): gefühlte Temperatur bei Hitze - kombiniert Temperatur und Feuchte im Schatten.
  • Gefühlte Temperatur (Windchill): gefühlte Temperatur bei Kälte - berücksichtigt Auskühlung durch Wind.
  • Hebungskondensationsniveau (LCL): Höhe, in der ein aufsteigendes Luftpaket die Sättigung erreicht und Wasserdampf zu kondensieren beginnen kann.

B. Niederschlag und Gefrierphänomene

  • Niederschlagssumme: Summe in mm für einen Zeitraum: 1 mm = 1 l/m².
  • Niederschlagsintensität: Niederschlagsrate in mm/h (bei Schnee als Wasseräquivalent angegeben).
  • Regen: flüssiger Niederschlag mit größeren Tropfen.
  • Nieselregen: sehr feiner, dichter flüssiger Niederschlag.
  • Schnee: Eiskristalle in verschiedenen Formen.
  • Schneegriesel: sehr feine Schneekörnchen.
  • Graupel: weiche Eiskörner (Schneegraupel).
  • Hagel: harte Eiskugeln, gebildet in starken Aufwinden von Gewittern.
  • Gefrierender Regen: Niederschlag aus flüssigen Tropfen, die beim Auftreffen auf eine Oberfläche mit einer Temperatur unter 0 °C gefrieren.
  • Schneeregen (engl. „sleet“): Mischung aus Regen und Schnee. Im britischen Englisch bezeichnet „sleet“ diese Mischung, im amerikanischen Englisch dagegen Eiskörner.
  • PoP - Niederschlagswahrscheinlichkeit (Probability of Precipitation): Wahrscheinlichkeit für messbaren Niederschlag an einem bestimmten Ort und in einem bestimmten Zeitraum.
  • QPF: prognostizierte Niederschlagsmenge in mm - einschließlich Wasseräquivalent von Schnee.
  • SWE: Wasseräquivalent der Schneedecke, also die Höhe der Wasserschicht, die nach dem Schmelzen entsteht, angegeben in Millimetern.
  • SLR: Verhältnis der Höhe von Neuschnee zu seinem Wasseräquivalent, angegeben in denselben Einheiten. Bei einem SLR von 10:1 entspricht ein Millimeter Wasser etwa einem Zentimeter Neuschnee.
  • Nullgradgrenze (Freezing Level): Höhe, in der die Lufttemperatur 0 °C beträgt. Sie hilft besonders im Gebirge, die Niederschlagsart einzuschätzen, ist aber nicht die genaue Grenze zwischen Regen und Schnee.

Tabelle: Klassen der Niederschlagsintensität

Die Klassen dienen der Orientierung und sind keine offiziellen Warnstufen. Das Symbol r steht für die Intensität in mm/h. Bei r = 0 fällt kein Niederschlag. Bei Schnee beziehen sich die Werte auf das Wasseräquivalent. Die praktischen Beispiele beziehen sich hauptsächlich auf Regen. Die Auswirkungen hängen auch von der Dauer und den örtlichen Bedingungen ab.

KlasseIntensität [mm/h]BeschreibungBeispiel aus dem Alltag
Spuren0 < r < 0,1Einzelne Regentropfen oder sehr schwacher NieselregenOberflächen können leicht feucht werden
Sehr schwach0,1 ≤ r ≤ 0,5Sehr geringe Niederschlagsmenge pro ZeiteinheitOberflächen können allmählich feucht werden
Schwach0,5 < r ≤ 2,5Leichter NiederschlagBei länger anhaltendem Niederschlag können sich Pfützen bilden
Mäßig2,5 < r ≤ 7,5Niederschlag von mäßiger IntensitätNasse Oberflächen. Wasser kann sich sammeln
Stark7,5 < r ≤ 15Intensiver NiederschlagDie Sicht kann sich verschlechtern und mehr Wasser kann abfließen
Sehr stark15 < r < 30Sehr intensiver NiederschlagÖrtliche Überflutungen und schwierige Straßenverhältnisse sind möglich
Extremr ≥ 30Äußerst intensiver NiederschlagStraßen können überflutet werden. Möglichst wenig unterwegs sein und Warnungen prüfen

Tabelle: Tagesniederschlagssummen

Die Klassen dienen der Orientierung und sind keine offiziellen Warnstufen. Das Symbol p steht für die tägliche Niederschlagssumme in mm. Die Tagessumme sagt nichts über die Intensität oder die Dauer des Niederschlags aus. Die praktischen Beispiele beziehen sich hauptsächlich auf Regen. Bei 20 mm Wasseräquivalent eines neuen Schneefalls und einem SLR von 10:1 beträgt die geschätzte Neuschneehöhe etwa 20 cm. Der SLR ist variabel und kann auch außerhalb des Bereichs von 5:1 bis 20:1 liegen.

Tagessumme [mm/24 h]KlasseInterpretationBeispiel aus dem Alltag
0 ≤ p < 0,2Kein Niederschlag oder SpurenKein Niederschlag oder eine sehr geringe Menge innerhalb eines TagesBei einer Menge über null können Oberflächen leicht feucht werden
0,2 ≤ p < 2GeringGeringe Niederschlagsmenge innerhalb eines TagesOberflächen können feucht werden, auch bei länger anhaltendem schwachem Niederschlag
2 ≤ p < 10MäßigMäßige Niederschlagsmenge innerhalb eines TagesNasse Oberflächen während des Niederschlags. Stellenweise kann sich Wasser sammeln
10 ≤ p < 30HochHohe Niederschlagsmenge, über längere Zeit verteilt oder auf eine kurze Phase konzentriertBei intensivem Regen können sich Wasseransammlungen bilden und die Sicht kann sich verschlechtern
30 ≤ p < 60Sehr hochÖrtliche Überflutungen sind möglich, abhängig von der zeitlichen Verteilung des Niederschlags und dem GeländeBei starkem Regen kann Wasser rasch abfließen und der Pegel kleiner Bäche steigen
p ≥ 60ExtremSchwere hydrologische Auswirkungen sind möglich, abhängig von der Intensität und den örtlichen BedingungenÜberflutungen und Verkehrsbeeinträchtigungen sind möglich, besonders bei intensivem Regen

Tabelle: Interpretation PoP (Niederschlagswahrscheinlichkeit)

PoP [%]InterpretationEmpfohlene Vorbereitung
0-20UnwahrscheinlichTagesplanung normal
21-40Geringe WahrscheinlichkeitSchirm/Regenjacke bereithalten
41-60MöglichAlternative für Aktivitäten draußen erwägen
61-80WahrscheinlichAlternative planen, später Niederschlagsradar prüfen
81-100Sehr wahrscheinlichRegenjacke mitnehmen, vor dem Losgehen Niederschlagsradar prüfen

Tabelle: Niederschlagsarten

ArtKurzbeschreibungPraktischer Hinweis
RegenFlüssige Tropfen, mittel bis großBei höherer Intensität schnelle Sichtverschlechterung
NieselregenFeine, dichte TröpfchenBefeuchtet gleichmäßig, kann hartnäckig sein
SchneeEiskristalleBei Frost Ablagerung auf Straßen und Gehwegen
SchneegrieselSehr feine SchneekörnchenSicht reduziert, begrenzte Ablagerung
GraupelWeiche EiskörnerPrallt von Oberflächen ab und kann eine rutschige Schicht am Boden bilden
HagelHarte EiskugelnSchadensrisiko, gefährlich für Fahrzeuge und Pflanzen
Gefrierender RegenFlüssiger Niederschlag, der auf Oberflächen unter 0 °C gefriertRasche Bildung einer sehr glatten Eisschicht
SchneeregenMischung aus Regen und SchneeSpritzwasser, geringere Haftung

C. Wolken, Sichtweite und Himmel

  • Bewölkung: Anteil des Himmels, der von Wolken bedeckt ist. Er kann in Prozent oder in Okta angegeben werden. Ein Okta entspricht einem Achtel des Himmels, 8 Okta bedeuten vollständige Bewölkung.
  • Wolkenbasis: Höhe der untersten Wolkenschicht über Grund.
  • Hauptwolkenuntergrenze (Ceiling): Höhe über Grund der Basis der niedrigsten Wolkenschicht, die mindestens 5/8 des Himmels bedeckt. In Flugwetterberichten wird diese Schicht mit BKN oder OVC bezeichnet.
  • Sichtweite: Entfernung, aus der charakteristische Objekte zu sehen und zu erkennen sind. Sie wird meist in Kilometern angegeben.
  • Nebel: Wassertröpfchen in der Luft, die die Sichtweite auf 1 km oder weniger verringern - die Schwellen können lokal abweichen.
  • Feuchter Dunst (engl. „mist“): Sichttrübung durch feine Wassertröpfchen in der Luft bei einer Sichtweite von mehr als 1 km.
  • Trockendunst (engl. „haze“): Sichtminderung durch Aerosole (Staub, Rauch), meist ohne Tröpfchen - milchiger Himmel.

D. Wind

  • Mittlere Windgeschwindigkeit: Mittelwert über ein festes Zeitfenster. In vielen Ländern beträgt dieses Zeitfenster standardmäßig 10 Minuten, in manchen Produkten 2 Minuten.
  • Böe: kurzzeitiger Anstieg der Geschwindigkeit über den Mittelwert im betrachteten Zeitraum.
  • Windrichtung: woher der Wind weht, z. B. 0° Nord, 90° Ost.
  • Beaufortskala: beschreibende Skala der Windstärke von 0-12, basierend auf Beobachtungen an Land und auf See.
  • Windscherung: Änderung der Windgeschwindigkeit oder Windrichtung zwischen nahe beieinanderliegenden Punkten, in horizontaler oder vertikaler Richtung.

Beaufortskala: Windgeschwindigkeiten in km/h und m/s

BeaufortstufeBeschreibungGeschwindigkeit [km/h]Geschwindigkeit [m/s]Beispiel aus dem Alltag
0Flaute<1<0,3Rauch steigt senkrecht auf, Blätter unbewegt
1Leiser Zug1-50,3-1,5Sanfte Luftbewegung, Spinnweben bewegen sich
2Leichte Brise6-111,6-3,3Blätter rascheln, Gartenwindrad dreht sich
3Schwache Brise12-193,4-5,4Fahnen bewegen sich, Wind im Gesicht spürbar
4Mäßige Brise20-285,5-7,9Kleine Zweige in Bewegung, Staub wirbelt auf
5Frische Brise29-388,0-10,7Zweige schwingen, Schirm schwer zu nutzen
6Starker Wind39-4910,8-13,8Große Äste bewegen sich, lauter sprechen im Freien
7Steifer Wind50-6113,9-17,1Ganze Bäume schwanken, Radfahren erschwert
8Stürmischer Wind62-7417,2-20,7Äste können brechen, Gleichgewicht schwer zu halten
9Sturm75-8820,8-24,4Kleine Schäden möglich, Seitenwind erschwert Autofahrt
10Schwerer Sturm89-10224,5-28,4Erhebliche Beeinträchtigungen, kleinere Strukturschäden möglich
11Orkanartiger Sturm103-11728,5-32,6Schwere Beeinträchtigungen im Freien
12Orkan≥118≥32,7Schwere Zerstörungen, geschützten Ort aufsuchen

E. Luftdruck

  • MSLP: auf Meereshöhe reduzierter Luftdruck (Mean Sea Level Pressure) - ermöglicht den Vergleich zwischen Orten unterschiedlicher Höhe.
  • QNH: Druckeinstellung, bei der ein Höhenmesser auf Höhe der Start- und Landebahn die Höhe dieses Ortes über dem Meeresspiegel anzeigt.
  • QFE: Druckeinstellung, bei der der Höhenmesser auf der Piste 0 anzeigt - relative Höhe über dem Flugplatz.
  • Hoch/Tief: Gebiet erhöhten bzw. erniedrigten Luftdrucks auf der Wetterkarte.

F. Sonne, UV und Strahlung

  • UV-Index (UVI): Maß für die Stärke der für die Haut wirksamen UV-Strahlung. Höhere Werte bedeuten einen größeren Schutzbedarf. Werte von 8 bis 10 sind sehr hoch, ab 11 gelten sie als extrem.
  • GHI: Globalstrahlung auf eine horizontale Fläche - Summe aus direkter und diffuser Strahlung.
  • DNI: Direkte Sonnenstrahlung auf eine Fläche, die senkrecht zur Sonnenrichtung ausgerichtet ist. Wichtig unter anderem für nachgeführte Photovoltaikanlagen.
  • DHI: Diffuse horizontale Strahlung - Anteil der Sonnenstrahlung, der nach Streuung in der Atmosphäre auf eine horizontale Fläche trifft.
  • Sonnenscheindauer: Zeitraum, in dem die direkte Sonnenstrahlung 120 W/m² überschreitet, meist in Stunden pro Tag angegeben. Sie ist nicht mit der astronomischen Tageslänge gleichzusetzen.

UVI-Legende

UVI 0-2UVI 3-5UVI 6-7UVI 8+

G. Schnee, Eis und winterliche Phänomene

  • Schneehöhe: Dicke der am Boden liegenden Schneeschicht, angegeben in Zentimetern.
  • Glatteis: glatte Eisschicht nach gefrierendem Regen oder Nieselregen.
  • Raueis (engl. „rime“): Eisablagerung aus unterkühlten Tröpfchen, wächst an der Luv-Seite von Objekten bei Wind und Nebel.
  • Raureif: feine Eiskristalle durch Resublimation an auskühlenden Flächen bei klarem, frostigem Wetter.
  • Schneefallgrenze (Regen-Schnee-Grenze): ungefähre Grenze Regen/Schnee - abhängig u. a. von Schichtdicken und Nullgradniveau.

7. Beispiele aus dem Alltag - Vorhersagen richtig lesen

Die folgenden Beispiele erleichtern das schnelle Verständnis von Vorhersagen und Wetterdaten bei der Planung täglicher Aktivitäten.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

  • Temperatur 28 °C, Taupunkt 22 °C - schwül, Komfort verringert.
  • Bei einer Temperatur von 32 °C und 60 % Luftfeuchtigkeit beträgt der Hitzeindex im Schatten etwa 37 °C.
  • Bei einer Temperatur von -2 °C und 30 km/h Wind beträgt der Windchill etwa -9 °C. Handschuhe helfen, die Hände vor Auskühlung zu schützen.
  • Feuchtkugeltemperatur 28 °C - intensive körperliche Anstrengung im Freien ist belastend. Die Dauer der Aktivität verkürzen.
  • Ein WBGT von 30 °C bedeutet eine hohe Hitzebelastung. Die Belastungsintensität und die Häufigkeit der Pausen müssen an die Art der Arbeit, die Kleidung und die Bedingungen angepasst werden.

Niederschlag und Vereisung

  • PoP 30 % - geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit. Eine leichte Regenjacke bereithalten.
  • QPF 30 mm/24 h bedeutet eine vorhergesagte Niederschlagssumme von 30 mm innerhalb eines Tages. Die Intensität hängt von der zeitlichen Verteilung des Niederschlags ab.
  • Bei einem vorhergesagten Wasseräquivalent des Neuschnees von 20 mm und einem SLR von 10:1 beträgt die geschätzte Höhe der neuen Schneeschicht etwa 20 cm.
  • Eine Nullgradgrenze bei 1500 m hilft, die Niederschlagsart im Gebirge einzuschätzen. Sie ist jedoch nicht die genaue Grenze zwischen Regen und Schnee.

Wolken und Sichtweite

  • Bewölkung 20 % - viel Sonne, gute Bedingungen für Outdoor-Fotografie.
  • Bewölkung 90 % - grau, geringer Bildkontrast.
  • Sichtweite 2 km - Panoramen stark eingeschränkt, ferne Objekte schlecht oder nicht sichtbar.
  • Eine Hauptwolkenuntergrenze in 300 m Höhe kann Sichtflüge (VFR) einschränken. Ob ein Flug möglich ist, hängt auch von der Sichtweite und den geltenden Flugregeln ab.

Wind

  • Böen 50-70 km/h - Schirme schwer nutzbar, mobile Werbetafeln können umkippen.
  • Windscherung kann die Organisation von Gewittern beeinflussen. Bei der Risikobewertung müssen auch andere atmosphärische Parameter berücksichtigt werden.

Luftdruck

  • Schneller MSLP-Abfall um 4-6 hPa in 6 Stunden - Hinweis auf Wetterverschlechterung, oft mit zunehmendem Wind.

Sonne, UV und Strahlung

  • UVI 3-5 - Sonnenschutzcreme und Sonnenbrille empfohlen.
  • Bei einem UVI von 8 oder höher ist besonderer Sonnenschutz erforderlich. In der Tagesmitte die Zeit in der direkten Sonne begrenzen und Schatten aufsuchen.
  • Eine Sonnenscheindauer von 10 h bedeutet etwa zehn Stunden mit direktem Sonnenschein. Sie ist nicht mit der Tageslänge gleichzusetzen.

Schnee und Eis

  • Eine Schneehöhe von 5 cm kann das Vorankommen auf Straßen und Gehwegen erschweren. Deren Zustand hängt auch von der Temperatur und vom Schneeräumen ab.
  • Bei einer Schneehöhe von 30 cm kann das Räumen von Straßen und Gehwegen erforderlich sein. Auch Verkehrsbehinderungen sind möglich.
  • Glatteis - sehr glatt auch um 0 °C, Vorsicht auf Gehwegen und Straßen.

8. FAQ - häufige Fragen zu Vorhersagen und Glossar

  • Warum zeigt meine Wetterstation etwas anderes als die Vorhersage?
    • Das Modell beschreibt die Wetterbedingungen auf einem Gitter und bildet nicht alle örtlichen Details ab. Deshalb kann das Mikroklima an Ihrem Haus von der Vorhersage abweichen.
  • Was bedeutet 40 % Regenwahrscheinlichkeit?
    • Es ist die Chance, dass an einem Ort in einem bestimmten Zeitfenster messbarer Niederschlag fällt - nicht, dass es 40 % des Tages regnet.
  • Bedeuten 8 Okta vollständige Bewölkung?
    • Ja, 8 Okta stehen für einen vollständig bedeckten Himmel.

9. Kontakt - so erreichen Sie uns

  • E-Mail:

10. Quellen und Referenzen

  • MET Norway - Locationforecast - Vorhersagen (NLOD 2.0 und CC BY 4.0): www.met.no
  • NASA GMAO - MERRA-2 - Informationen zur Reanalyse und zur Nutzung der Daten: gmao.gsfc.nasa.gov
  • Copernicus C3S/ECMWF - ERA5 - Informationen zur ERA5-Reanalyse und zu den Nutzungsbedingungen dieses Datensatzes: cds.climate.copernicus.eu
  • AMS Glossary of Meteorology - Definitionen ausgewählter meteorologischer Begriffe: glossary.ametsoc.org